SCHLAGANFALL

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall (auch Gehirnschlag, Hirnschlag, Apoplexie, zerebraler Insult, apoplektischer Insult, Apoplexia cerebri, Ictus apoplecticus, veraltet Schlagfluss, umgangssprachlich Schlag, in der medizinischen Umgangssprache häufig auch Apoplex oder Insult) ist eine plötzlich («schlagartig») auftretende zerebrovaskuläre Erkrankung des Gehirns, die oft zu einem länger anhaltenden Ausfall von Funktionen des Zentralnervensystems führt und durch kritische Störungen der Blutversorgung des Gehirns verursacht wird.

Formen eines Schlaganfalls

 

Bei einem Schlaganfall erhalten Nervenzellen plötzliche zu wenig Sauerstoff und andere Substrate. Grob unterscheiden lassen sich plötzlich auftretende Minderdurchblutung (Ischämischer Schlaganfall oder Hirninfarkt) und die akute Hirnblutung (hämorrhagischer Infarkt oder Insult), die sekundär aufgrund ihrer raumfordernden Wirkung bzw. aufgrund des Fehlens des Bluts in nachgeordneten Regionen ebenfalls zu einer Ischämie führt. Bei primär ischämischen Infarkten kann es ebenfalls zu sekundären Blutungen im Infarktgebiet (hämorrhagische Infarzierung) kommen.

Der Unterschied zwischen Minderdurchblutung und Blutung ist erst durch bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT, englisch MRI) sicher möglich, wobei in den ersten Stunden beide Bildgebungsmethoden noch unauffällig sein können, dies insbesondere beim primär ischämischen Hirninfarkt.

Die Verdachtsdiagnose einer Subarachnoidalblutung, welche infolge einer geplatzten Arterie (zum Beispiel aufgrund eines Aneurysmas) entsteht, kann insbesondere bei nur milder Symptomatik (zum Beispiel alleinige Kopfschmerzen) durch den Nachweis von Blutbestandteilen im Nervenwasser bei der Lumbalpunktion bestätigt werden.

Typische Schlaganfall-Symptome

Als Zeichen eines Schlaganfalls können plötzlich, und je nach Schweregrad auch gleichzeitig, mehrere Symptome auftreten:

  • Bewusstseinsstörungen (Somnolenz, Koma), Orientierungsstörungen

  • Taubheitsgefühl im Gesicht, in einem Arm, Bein oder einer ganzen Körperhälfte

  • Lähmung oder Schwäche im Gesicht, in einem Arm, Bein oder einer ganzen Körperhälfte

  • Verwirrung, Sprach- oder Wortfindungs-, Schrift- oder Verständnisstörung

  • Schluckstörungen (Dysphagie)

  • Schmerzlose Sehstörung auf einem oder beiden Augen, einseitige Pupillenerweiterung, Gesichtsfeldausfall, Doppelbilder

  • Schwindel, Gangstörung, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörung (Ataxie)

  • Starke Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache bei evtl. entgleistem (überhöhtem) Blutdruck, Übelkeit, Erbrechen

  • Fehlende Wahrnehmung eines Teils der Umwelt oder des eigenen Körpers (Neglect)

Häufige Ursachen eines Schlaganfalls

  • Ein Schlaganfall kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein, z. B.

  • Arterielle Embolien durch Blutgerinnsel

  • Thrombosen der venösen Abflussgefässe

  • Gefässverengung durch Gefässverkrampfungen 

  • Gefässrisse: entweder spontan oder z. B. infolge hohen Blutdrucks

  • Spontanblutungen bei gestörter Blutgerinnung

  • Subarachnoidalblutung, sub- oder epidurale Hämatome

Rehabilitation und Behandlung bei einem Schlaganfall

Im Zentrum der neurologischen Rehabilitation stehen vor allem Massnahmen, welche die Körperwahrnehmung von Schlaganfall-Patienten und -patientinnen fördern und im besten Fall zur vollständigen Kompensation verlorener Fähigkeiten führen. So werden beispielsweise zur Wiederherstellung der Gehfähigkeit Gangmuster mit Physiotherapeuten eingeübt. Ergotherapeuten arbeiten gezielt mit den Patienten und Patientinnen zur (teilweisen) Wiederherstellung der sensomotorischen Fähigkeiten. Die Bedeutung einer gezielten Logopädie bereits in der Frühphase und über einen langen Zeitraum wird häufig unterschätzt und nur laienhaft angegangen.

Risikofaktoren und Vorbeugung

Einem Schlaganfall kann bedingt vorgebeugt werden, indem Risikofaktoren minimiert werden. Eine Minimierung der Risikofaktoren muss allerdings frühzeitig geschehen. Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem:

  • Fettreiche Ernährung

  • Bewegungsmangel

  • Stress

  • Übermässiger Genuss von Suchtmitteln wie Alkohol und Zigaretten

  • Übermässiger Verzehr von Süssspeisen

 

Nach einem ischämischen Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) werden Patienten und Patientinnen Thrombozytenfunktionshemmer vom Mediziner verschrieben, um weiteren Anfällen vorzubeugen. Diese Medikamente, welche häufig als Blutverdünner bezeichneten werden, verhindern, dass Blutplättchen verklumpen und so ein Gefäss verstopfen können.

Hilfsmittel für Menschen nach einem Schlaganfall